Projekt

B A U W A G E N P R O J E K T   L E N G E R I C H 

Projekt

 

Offene Jugendarbeit in der Gemeinde Lengerich-

Das Bauwagenprojekt

 

Ein Projekt der Gemeinde Lengerich in Kooperation mit der kath. und ev. Kirchengemeinde Lengerich

Das Konzept wurde entwickelt von:

  • Herr Matthias Haferkamp, Ev. Ref. Synodalverband
  • Frau Pastorin Frauke Schäfer, Ev.-Ref. Kirchengemeinde Lengerich
  • Herr Pastor Martin Stührenberg, Kath. Kirchengemeinde St. Benedikt Lengerich
  • Herr Clemens Driever, Pfarrgemeinderat der Kath. Kirchengemeinde St. Benedikt Lengerich
  • Herr Wübbe, Gemeinderat der Gemeinde Lengerich
  • Herr Marcus Drees, Bistum Osnabrück, Referat für Offene Jugendarbeit

 

Inhaltsverzeichnis

1. Zur Situation der Jugend in Lengerich *

2. Das Projekt *

3. Zielgruppe *

4. Zielsetzung/ pädagogische Grundlagen *

5. . Gründung eines Fördervereins *

6. Kooperationspartner *

7. Evaluation *

8. Kostenaufstellung *

 

1. Zur Situation der Jugend in Lengerich

Die Samtgemeinde Lengerich liegt im Landkreis Emsland und hat insgesamt 9647 Einwohner. Die Samtgemeinde besteht aus 6 Einzelgemeinden. Der Anteil an Kindern und Jugendlichen in der Samtgemeinde liegt in der Altersgruppe 1-18 Jahren bei 24%.

Das folgende Konzept wurde für die Einzelgemeinde Lengerich entwickelt.

In der Gemeinde Lengerich gibt es ein ausgeprägtes Vereins- und Verbandswesen, dass gemeinsam mit den beiden großen Kirchen Träger von Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde sind.

Vereine und Verbände in freier Trägerschaft binden nach wie vor viele Jugendliche und bieten eine gute Möglichkeit präventiver Jugendarbeit im Sinne des KJHG.

Dennoch wächst der Bedarf nach "offenen Angeboten", wo Jugendliche sich nicht dauerhaft festlegen müssen und Angebote ohne Vorbedingung (z.B. Mitgliedschaft) genutzt werden können.

Bei der Offenen Jugendarbeit geht dabei nicht um eine "Verzweckung" von Jugendlichen (z.B. Mitgliedergewinnung). Offene Jugendarbeit nimmt vielmehr ihren diakonischen und gesellschaftlichen Auftrag nach den 11 des KJHG war und will Kindern und Jugendlichen Raum und Heimat in einer immer schwierigeren Lebenswelt bieten. Offenheit, Toleranz und Sicherheit gegenüber anders Denkenden, sowie Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe dienen als Grundlage gesellschaftlichen Zusammenlebens und sind Zentrum der offenen Jugendarbeit von Kirchengemeinden und Kommune.

Im Gemeindegebiet Lengerich hat sich im Verlauf des letzten Jahres gezeigt, dass es viele Jugendliche gibt, die über die klassischen Angebote der Vereine und Verbände sowie der Kirchen kaum zu erreichen sind. Es gibt mehrere "unorganisierte" Jugendtreffs an Straßenecken, auf Schulhöfen, in Bushaltestellen oder auf dem Gelände von Kirchengemeinden. Diese Treffs bringen dann entsprechende Probleme mit sich (Vermüllung, Lärmbelästigung, etc.). Die kath. Kirche hat Kontakt mit einer Jugendgruppe aufgenommen, die sich regelmäßig auf dem Kirchengelände getroffen hat und dieser Gruppe ein Raumangebot gemacht. Aufgrund verschiedener Vorfälle konnte dies Angebot nicht aufrechterhalten werden, so dass auf Initiative der Kirchengemeinde ein Gespräch mit der Kommune und anderen Trägern der Jugendhilfe initiiert wurde. ein Ergebnis dieses Gespräches war die Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die sich intensiv mit einem Konzept zur Offenen Jugendarbeit in der gemeinde Lengerich auseinandersetzen soll.

 

2. Das Projekt

Ausgehend von der Tatsache, dass nicht alle Jugendlichen von der "Komm-Struktur" der Vereine und Verbände angesprochen werden, soll das ein mobiles Angebot ins Leben rufen, dass seinen Schwerpunkt dem Prinzip der Geh-Struktur" widmet. Zentrum des Projektes ist die aufsuchende Jugendarbeit mit Hilfe eines Bauwagens, der sich als "rollender Jugendtreff" zu den Jugendlichen begeben will und gemeinsam mit Jugendlichen an ihren informellen Treffs bedarfsgerechte Angebote entwickeln soll.

Es wird deutlich, dass Jugendliche sich Lebens- und Erfahrungsräume selber suchen und sie nach ihren Bedürfnissen zurückerobern. Diese Orte sind Plätze, Straßen, Bushaltestellen, Schulhöfe, Kirchengemeinden, etc.

Diese informellen Treffpunkte der Clique der Gleichaltrigen sind für Jugendliche wichtige Erlebnisräume zur individuellen Selbstfindung. Die offene Kinder- und Jugendarbeit soll und will sich bedarfsgerecht an dieser Lebenswelt orientieren und sie mitgestalten. Wir wollen uns zu den Jugendlichen begeben und auf sie zugehen.

 

3. Zielgruppe

Angesprochen werden sollen vor allem die Kindern und Jugendlichen, die sich in einem informellen Treffs "auf den Straßen" der Gemeinde Lengerich treffen. Diese Kinder und Jugendlichen sind im Schnitt zwischen 12 und 17 Jahre alt. Treffpunkte für diese Kinder sind in Lengerich vor allem:

  • Schulhöfe
  • Bushaltestellen
  • Tribüne auf dem Sportgelände

 

4. Zielsetzung/ pädagogische Grundlagen

Das Bauwagenprojekt sollte in Lengerich folgende Ziele verfolgen:

  1. Um eine effektive und präventive Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Rahmen des Projektes zu gewährleisten ist die regelmäßige Präsenz eines kompetenten Ansprechpartners erforderlich (Sozialpädagoge/ Pädagoge). Dieser sollte zum einen die Arbeit des Bauwagens koordinieren (Einsatzplan, Kooperationspartner vor Ort, etc.). Zum anderen soll er Ansprechpartner und Vertrauensperson für Kinder und Jugendliche vor Ort sein. Vor allem wird er Beziehungsarbeit leisten. Weitere Arbeitsschwerpunkte wären:
    • Gestaltung eines attraktiven Jugendtreffs (Bauwagen)
    • Gestaltung von Freizeit
    • Beratungsangebote z.B. im Bereich Arbeitsplatzvermittlung, Lebenskrisen, etc.
    • etc.
    1. Es ist eine enge Kooperation mit den anderen Trägern der Jugendhilfe anzustreben. So sollen Mitarbeiter von Jugendamt, Polizei, Kirchengemeinden und anderen Einrichtungen sowie den örtlichen Vereinen und Verbänden sowie den Schulen kontinuierlich mit im Bauwagenprojekt anwesend sein und sowohl Angebote machen als auch als Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche vor Ort sein.

     

    Das pädagogische Handeln im Projekt soll durch folgende Grundsätze bestimmt werden:

      • Das Projekt versteht sich als Lobby für die Kinder und Jugendlichen, das heißt die Kinder und Jugendlichen können den "Bauwagen" und dessen Mitarbeiter mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragen.
      • Daraus ergibt sich, dass sich die Erwachsenen einen genauen überblick über die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen vor ort, also in der Gemeinde Lengerich schaffen müssen.
      • Es ist wichtig die Jugendlichen dort aufzusuchen, wo sie sind und dort Kontakt mit Ihnen aufzunehmen.
      • Um sinnvolle und grundlegende Strukturen zu schaffen, die es Kindern und Jugendlichen ermöglichen in Ihrem Umfeld und Sozialraum Ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten, ist es notwendig ein konstruktives Netzwerk von verschiedenen Trägern der Jugendarbeit im Sozialraum zu schaffen. Hier ist die Idee, einen Förderverein zu gründen, der diese aufgaben wahrnimmt. (siehe punkt 6)

     

    5. Gründung eines Fördervereins

    Um ein entsprechendes Netzwerk aufzubauen und das Projekt professionell begleiten zu können, soll ein Förderverein gegründet werden, der folgende Aufgaben haben soll

    • Träger des Gesamtprojektes
    • Anstellungsträger einer Fachkraft
    • Akquirierung von Finanzmitteln
    • Konzeptionelle Begleitung des Projektes
    • Lobbyarbeit

    Der Verein soll im Vorfeld gegründet werden, damit er die Planung des Projektes wesentlich mitgestalten kann.

    Ablaufplan:

    Um das Projekt entsprechend mit Leben zu füllen, ist es unerlässlich eine zuständige Person für dieses Projekt zu haben, die sich um die Logistik und letztendlich auch um die Konzeptionsentwicklung kümmert.

    Folgender Ablauf wäre vorstellbar:

    1. Einstellung einer hauptamtlichen Fachkraft zum 31.10.2005
    2. Anschaffung eines Bauwagens (Ein möglicher Wagen ist bereits vorhanden è Dekanatsjugendbüro Aschendorf)
    3. Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Gestaltung (z.B. durch ein Beteiligungsprojekt "Zukunftswerkstatt")
    4. Renovierung und Gestaltung des Bauwagens
    5. konkrete Konzeptionsentwicklung anhand der aktuellen Standorte und anhand der Ergebnisse eines Beteiligungsprojektes
    6. Start des Projektes zum 01.01.2006
    7. Konzeptionsfortschreibung und Weiterentwicklung 01.06.2006

     

    6. Kooperationspartner

    Ziel des Projektes soll nicht eine "Feuerwehrfunktion" sein, sondern eine kontinuierliche Fort- und Weiterentwicklung der Jugendarbeit in der Samtgemeinde Lengerich. Der Bauwagen soll nicht nur ein Angebot für Kinder und Jugendliche sein, sondern auch eine Möglichkeit für die verschiedenen Professionen, Institutionen und möglicherweise von Vereinen und Verbänden sein, gemeinsam im "Bauwagenprojekt" zusammenzuarbeiten. Dies hat das Ziel, gemeinsam Kinder- und Jugendarbeit zu betreiben uns sich zu vernetzen und nicht eine Konkurrenz aufzubauen.

    Vorstellbar ist, dass sich über das Jahr die verschiedenen Institutionen gemeinsam mit der Betreuungskraft um einen Jugendtreff kümmern und vor Ort konkrete Angebote für die Kinder und Jugendlichen machen uns als "personales Angebot" Beziehungsarbeit betreiben.

    Folgende Institutionen sollten in diesem Projekt zusammenarbeiten:

    • Jugendamt des Landkreises Emsland
    • Polizei/ Jugendcops
    • Dekanatsjugendbüro Freren
    • Kath. Kirchengemeinde
    • Ev. Kirchengemeinde
    • Schulen
    • Vereine und Verbände

     

    7. Evaluation

    Damit das Projekt entsprechend begleitet und reflektiert werden kann soll in Kooperation mit dem Referat offene Jugendarbeit des Bistums Osnabrück ein regelmäßiges Qualitätsmanagement eingeführt werden. Durch regelmäßige Ziel- und Konzeptüberprüfungen in regelmäßigen Dienstbesprechungen soll das Konzept weiterentwickelt werden.

    Einmal im Jahr soll durch einen Jahresbericht Auskunft über qualitative und quantitative Zielaspekte Auskunft erstattet werden.